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Cassis
Cassis wurde 3-jährig angeritten. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch nicht in meinem Besitz, aber ich durfte sie reiten und das hat mir immer unendlich viel Spaß gemacht. Aus diesem Grunde habe ich sie dann letztendlich gekauft. Wir haben Cassis dann ein paar Wochen nur auf die Weide gelassen, um ihr etwas Gutes nach dem Anreiten zu tun.
Als ich dann wieder anfing mit ihr zu arbeiten war nichts mehr wie vorher. Cassis lief steif, taktunrein und war oftmals auch sehr unwirsch unterm Sattel. Sie gab den Rücken kaum her, kaute wenig und vorwärts-abwärts lief sie nur sehr selten. Alles war mehr als krampfig, sogar beim Putzen stand so oft stocksteif da und war sehr schreckhaft.
Anfangs dachte ich, der Sattel sei der Grund. Also habe ich einen Sattler zum Stall bestellt und einen neuen Sattel gekauft. Aber das war nicht die Lösung des Problems. Cassis lief weiterhin steif und wehrte sich unterm Sattel. Die Tage an denen es einigermaßen ging, konnte man allerdings an einer Hand abzählen. Jetzt hier aufzuschreiben, was ich alles versucht habe, würde wohl den Rahmen sprengen. Der Tierarzt war sehr häufig für Cassis da, desweiteren war ich mit ihr öfter bei einer Heilpraktikerin und v.m..Leider waren diese Maßnahmen immer nur von kurzem Erfolg gekrönt.
Das alles zog sich über ca. 2 Jahre hin und wurde stetig schlimmer. Ich war sehr verzweifelt, weil ich doch so viel versucht hatte, um Cassis zu helfen. Wirklich regelmäßig hatte ich sie in den 2 Jahren auch nicht geritten. Oftmals habe ich sie einfach nur longiert.. Oft sagt man mir, dass man Cassis mal härter anfassen müsse. Das Pferd habe keine Probleme, ich würde mir alles nur einbilden! Ich wurde mutlos, habe an mir gezweifelt und zum Schluss war Cassis für mich unreitbar. Sie hatte Gurtzwang, machte einen Katzenbuckel beim Reiten, legte fast ständig die Ohren bei der Arbeit an und wehrte sich massiv.
Das letzte Mal, als ich Cassis dann reiten wollte stieg sie nur noch. Sie war im Umgang sehr nervig und unausgeglichen. Alltägliche Situationen wurden gefährlich, da Cassis bei Kleinigkeiten, wie z. B. Geräusche, schon beim Führen stieg oder unkontrollierbar wurde. Das Abladen vom Pferdeanhänger war eine Katastrophe. Alles war nur noch nervenaufreibend und von einer Entspannung keine Spur.
Ich bin dann umgehend mit Cassis in eine Pferdeklinik gefahren. Die Behandlungen dort nahmen kein Ende. Es traten ständig neue Probleme auf und immer wieder war der Rücken (muskulär) das Problem. Die Tierärzte und ich sind schließlich zu dem Entschluss gekommen, Cassis einen Sommer lang nicht zu reiten und sie auf die Weide zu lassen.
Von einem Arbeitskollegen erfuhr ich dann von Frau Kehrenberg. Nach kurzer Überlegung habe ich sie dann angerufen und um Hilfe gebeten. Bei der 1. Behandlung war Cassis erst skeptisch, fing dann aber an sich zu entspannen und man konnte sehen, wie gut es ihr von Behandlung zu Behandlung ging. Ich freute mich auf die Behandlungstage, denn es war schön zu sehen, wie Cassis diese genoss.
Frau Kehrenberg nahm sich immer sehr viel Zeit, um alles ganz genau zu erklären, denn ich war anfangs auch etwas skeptisch. Cassis hatte Blockaden, Verklebungen und war total verspannt. Zusätzlich zu den Behandlungen, gab mir Frau Kehrenberg Anleitungen, wie ich Cassis arbeiten kann. Sie zeigte mir Massagegriffe, so dass ich Cassis nun regelmäßig selber massieren konnte. Sie empfahl den täglichen Weidegang für Cassis.
Cassis veränderte sich langsam. Der Gesichtsausdruck, der vorher stetig unfreundlich war, entspannte sich. Sie wurde umgänglicher und Dinge, wie das Abladen vom Pferdeanhänger, wurden plötzlich zur normalsten Sache der Welt und liefen mit mehr Ruhe ab.
Es gab in der ganzen Zeit auch wieder kleine Rückschläge aber man kann wirklich sagen, dass es nun bergauf ging. Ich war selber auch längst nicht mehr so angespannt wie vorher und Cassis fing wieder an Spaß zu machen, selbst wenn ich sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht reiten konnte. Im August kam Frau Kehrenberg dann letztmalig. Sie meinte, dass man nun anfangen könne Cassis zu reiten. Der Bewegungsablauf hatte sich mittlerweile sichtbar verändert.
Vorsichtig gewöhnte ich Cassis wieder an den Sattel und zu meiner Überraschung klappte es gut. Dank der verbesserten, neuen Ausrüstung war von Gurtzwang und Katzenbuckel nichts mehr zu merken. Ich war so erleichtert. Nach ein paar Wochen habe ich mich getraut Cassis zu reiten. Erst nur ganz kurze Phasen, die ich dann langsam verlängerte. Cassis hat alles entspannt mitgemacht, anders als ich es erwartet habe. Ich war begeistert. Cassis kaut bei der Arbeit und läuft locker, taktrein vorwärts-abwärts. Auch unterm Sattel wird es immer besser.
Ich kann sagen, dass mir Frau Kehrenberg gut geholfen hat und die gemeinsame Arbeit hat nicht nur Cassis gut getan. Ich kann jetzt, abgesehen von der Reiterei, wieder viele Dinge mit Cassis ganz in Ruhe machen und es macht wieder richtig Spaß mit ihr umzugehen.
Ich möchte mich auf diesem Wege nochmals bei Frau Kehrenberg bedanken.
Viele Grüße Iris Ostermann mit Cassis |